Die Geschichte der Familie

Die Familie stammt aus dem damals zu Rothenburg gehörigen Dorf Schmerbach. 1370 wird erstmals ein Staudt in den Aufzeichnungen des Dominikanerinnen-Klosters genannt, der dort „gültpflichtig“ war. Eine weitere urkundliche Erwähnung betrifft Cuntz Staudt, der 1399 der Stadt Rothenburg ein Pferd verkaufte. Peter Staudt, geb. 1425, zog nach Rothenburg und ließ sich zum Steinmetz ausbilden. 1452 erhielt er das Bürgerrecht der Stadt Rothenburg.

 

Sein Sohn wurde „Stadtwerkmeister“ unter dem Stadtbaumeister (= Senator). Sein Sohn Leonhard bekleidete die gleiche Stellung und war bereits wohlhabend. Sein Sohn Martin, also der Enkel des ersten in Rothenburg ansässigen Staudt, geb. 1500, heiratete eine Appolonia Wüst aus einer dem Patriziat nahestehenden Familie.

 

Mit deren Unterstützung konnte Martin in den „Äußeren Rat“ aufsteigen, der 2. Kammer der Stadtverfassung. Der äußere Rat setzte sich aus tüchtigen u. bewährten Handwerkerfamilien zusammen und wurde vom inneren Rat ausgewählt. Damals hatte Rothenburg als kleine Republik mit 27 Dörfern bzw. Gehöften und Siedlungen 26.000 Einwohner und beherrschte ein Gebiet von ca. 300 qkm. Die Landeswährung war der fränkische Gulden.

 

Dem Sohn des Martin Staudt, Leonhard, gelang es bereits, in den „Inneren Rat“ aufzusteigen und Praetor zu werden und damit Senator auf Lebenszeit (1536 – 1604).

 

Sein Sohn Johann (1567 – 1634) wurde 1608 Senator und als erster Staudt 1614 Consul.

 

In den folgenden zwei Jahrhunderten bis 1802 bekleideten die Staudts 51 mal das Amt des Consuls und häufig andere wichtige Ämter der Stadt als Senatoren wie z.B. den Praetor, den Rats-Consulenten für die Außenbeziehungen, insbesondere zum Kaiserhaus. Zeitweise waren bis zu 3 Staudts gleichzeitig als Senatoren tätig.

 

In Anerkennung der Dienste für die Stadt und den Kaiser wurden die beiden Brüder Johann Balthasar und Nicolaus Philipp gemeinsam 1700 von Kaiser Leopold I. in den „Rittermäßigen Adelsstand“ erhoben.

 

Auch im folgenden Jahrhundert bis 1802 profilierten sich Angehörige der Familie als Consule und Rats-Consulenten und bestimmten so die Geschicke der Stadt in oft schwierigen geschichtlichen Zeiten über viele Jahre.

 

Ab dem 19. Jh. hatten die Staudts ihr Wirkungsfeld außerhalb der Tauberstadt als Offiziere, Juristen, Forstbeamte u. Verwaltungsbeamte.

 

Zu erwähnen ist der Mathematiker Karl Georg Christian von Staudt 1798 – 1867 auf dem Lehrstuhl für Mathematik an der Uni Erlangen. Als Schüler von Carl Friedrich Gauß gilt er als Begründer der projektiven Geometrie oder der Geometrie der Lage.

 

Wilhelm Gustav war Chef des Generalstabs beim Bayerischen König und wurde hoch dekoriert für seine Teilnahme im Generalstab von Moltke im Krieg gegen Frankreich 1870/71 und erarbeitete maßgeblich die Pläne für die Einnahme von Paris. Sein Sohn Karl-Wilhelm war kommandierender General beim Prinzregenten und letzten Bayerischen König.